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Bericht des VHS-Kurses

Die Brandschutzerziehung ist ein wichtiger Bestandteil der Sicherheitserziehung. Sie dient zur Aufklärung von Kindern, Jugendlichen und auch Erwachsenen.
Die FF Eisingen hat eine Initiative gegründet, Brandschutzerziehung auch für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung durchzuführen.
Zum 3.Mal wurde deshalb ein Volkshochschulkurs zu diesem Thema für Menschen mit Behinderung durchgeführt; erstmals in Form eines Wochenendseminars.
Oberbrandmeister Ming Hsu von der Berufsfeuerwehr Berlin hatte zum Kursleiter Michael Langenhorst per eMail Kontakt aufgenommen und um die Teilnahme an dem Kurs als Hospitant gebeten.
Herr Hsu war zu dieser Zeit dabei eine Abschnittsabeit über Brandschutzerziehung bei Kindern und Jugendlichen mit mehrfacher Behinderung zu schreiben. Um sein theoretisches Wissen auch auf die Praxis hin zu überprüfen nahm er an dem Kurs teil.
Mit dabei war auch Herbert Steiner, Fachbereichsleiter Öffentlichkeitsarbeit und Brandschutzerziehung im Bezirksfeuerwehrverband.
Nun folgt ein Auszug der Abschnittsarbeit von Oberbrandmeister Ming Hsu, Berufsfeuerwehr Berlin, der über den Kurs in seiner Arbeit berichtete.

Hier ein paar Auszüge:
Kurs „Feuer – Faszination & Gefahr – Vorbeugender Brandschutz“
Schlusswort
Danksagung

Quelle:
Oberbrandmeister Ming Hsu (Bf Berlin): Abschnittsarbeit für den Aufstieg in den gehobenen feuerwehrtechnischen Dienst nach § 13 Feuerwehrlaufbahnverordnung (FwLVO), Thema: Pädagogische Grundsätze der Brandschutzerziehung/ Grundlagen der Brandschutzerziehung für Kinder und Jugendliche mit mehrfachen Behinderungen, 2001


Kurs „Feuer – Faszination & Gefahr – Vorbeugender Brandschutz“

In dem Kurs „Feuer – Faszination & Gefahr – Vorbeugender Brandschutz“, der von der Volkshochschule Würzburg angeboten wird, erlernen Menschen mit Behinderung Lerninhalte der Brandschutzerziehung. Die Idee zu diesem Kurs entstand im Erwachsenenbildungsprogramm der Robert-Kümmert-Akademie gGmbH, an der Volkshochschule Würzburg, im Fachbereich Behinderte / Nichtbehinderte. Dieser Kurs ist nach meinem Wissensstand bisher einmalig und vor allen Dingen pädagogisch sehr sinnvoll. In diesem Jahr wurde in der Arbeitnehmerbildungsstätte Benediktshöhe Retzbach vom 29.09.2001- 30.09.2001 (Semester 2/2001) zum ersten Mal dieser Kurs in Form eines Wochenendseminars veranstaltet. Der Kursleiter Michael Langenhorst, Heilerziehungspfleger und Dipl. Soz. Päd. (Fh i. St.) sowie der 1. Kommandant der FF Eisingen, Stefan Hupp, Dozent, vermittelten den 7 Teilnehmern unter anderem folgende Lerninhalte:

    – Vorbeugender Brandschutz
    – Verhalten im Brandfall
    – Alarmierung der Feuerwehr
    – Erkennen von Gefahren im Umgang mit Feuer
    – Vorstellung der Schutzausrüstung eines Feuerwehrmannes
    – Besuch der Berufsfeuerwehr Würzburg

Hintergrund dieses Kurs war, dass sich bei einigen Feuerwehrübungen (simulierter Brandfall) gezeigt hatte, dass manche Bewohner im St. Josefs-Stift, einem Heim für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung im Landkreis Würzburg (Eisingen), einfach überfordert waren bzw. sogar richtig Angst vor der Feuerwehr hatten. In diesem Kurs wird den Teilnehmern die Angst vor der Feuerwehr genommen. Besonders durch praktische Übungen bzw. durch mediale Vorstellungen (OHV, Dia, Foto, Film), lernen die Kursteilnehmer sich im Brandfall richtig zu verhalten und erlernen Kenntnisse des vorbeugenden Brandschutzes. Der Kurs befähigt die Teilnehmer, unterstützend zu helfen und nicht zu behindern.
Dank freundlicher Unterstützung von Michael Langenhorst und Stefan Hupp war es mir möglich, als Hospitant an diesem Kurs teilzunehmen. Für mich war dieser Kurs sehr lehrreich und eine positive Erfahrung in Bezug auf Umgang und Integration mit bzw. von Behinderten. Der Kurs verlief in einer freundlichen und familiären Atmosphäre. Obwohl es natürlich teilweise recht anstrengend war, hatten die Kursteilnehmer, als auch die Dozenten und ich, eine Menge Freude an dem Kurs. Es zeigte sich, dass es mehr als pädagogisch sinnvoll ist, auch Behinderten Brandschutzerziehung zu vermitteln. Der Kurs vermittelt über die Inhalte der Brandschutzerziehung hinaus, Erfahrungen über die Integration von Behinderten, wie sie meines Erachtens nicht viel besser sein können. Es ist geplant, diesen Kurs auch in kommenden Semestern fortzusetzen. Eine Teilnahme kann ich jeden, der sich mit Brandschutzerziehung beschäftigt, nur empfehlen. Der Kurs ermöglicht den Kontakt und den kommunikativen Austausch zwischen Menschen mit und ohne Behinderung.


Schlusswort

Als ich begonnen hatte, mich mit dem Thema Brandschutzerziehung für mehrfachbehinderte Kinder und Jugendliche zu beschäftigen, wurde mir schnell bewusst, dass das ein recht umfangreiches und schwieriges Thema ist. Die pädagogischen Grundlagen, ohne die eine solche Arbeit nicht zu bewältigen ist, konnte ich mir aus Büchern der Sonderpädagogik erarbeiten. Natürlich ersetzt das keinen pädagogischen Grundkurs. Ich bin aber davon überzeugt, dass es mir geglückt ist, die wichtigsten pädagogischen Grundlagen der Brandschutzerziehung, insbesondere für Behinderte, aufzuzeigen.
Besonders die praktischen Übungen und die Teilnahme an dem Kurs „Feuer- Faszination & Gefahr – Vorbeugender Brandschutz“ waren für mich persönlich sehr lehrreich und zeigten, dass ich mit meiner schriftlichen Ausarbeitung auf dem richtigem Weg bin, Lerninhalte der Brandschutzerziehung pädagogisch sinnvoll, auf die Bedürfnisse und Fähigkeiten der behinderten Kinder und Jugendlichen abzustimmen.
In dem Kurs „Feuer – Faszination & Gefahr – Vorbeugender Brandschutz“ konnte ich praxisnah miterleben, was ich zuvor theoretisch ausgearbeitet hatte. Aber auch der Brandschutzerziehungsunterricht an der Förderschule für Kranke, bestätigte meine theoretischen Grundlagen.
Das die Brandschutzerziehung auch im Erwachsenenalter nicht abgeschlossen ist, konnte ich in dem Kurs „Feuer – Faszination & Gefahr – Vorbeugender Brandschutz“ gut beobachten. Dort war deutlich zu sehen, wie wichtig die Brandschutzerziehung Behinderter auch im Erwachsenenalter ist.
Ich hoffe, mit dieser Abschnittsarbeit einen Teil dazu beizutragen, dass Behinderte, gerade in der Brandschutzerziehung, pädagogisch sinnvoll unterrichtet werden können und die Integration von Behinderten weiterhin voranschreitet. Meine Abschnittsarbeit soll dazu anregen, sich mehr mit Behinderten auseinander zusetzen und als Grundlage dienen, weitere Initiativen zu diesem Thema zu entwickeln.


Danksagung

Danksagungen auch an Michael Langenhorst, Seminar-Leiter des Volkshochschulkurses: „Feuer – Faszination & Gefahr – Vorbeugender Brandschutz“, ein Volkshochschulkurs für Menschen mit Behinderung in Eisingen (Landkreis Würzburg), unterstützt von der Volkshochschule Würzburg/Robert-Kümmert-Akademie Eisingen, sowie dem 1. Kommandanten der FF Eisingen, Stefan Hupp, für die überaus gastfreundschaftliche Unterstützung und Beratung.

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